Text und Regie: Fiorenza Zanoni

Das Theaterstück “Das Jahrhundertbauwerk“ nimmt das hundertjährige Jubiläum der Eröffnung des Teltowkanals 2006 zum Anlaß für einen Rückblick auf die Alltags- und Arbeitswelt um 1900.

Ohne Zweifel war der Kanalbau eine gewaltige finanzielle und technische Leistung. Insgesamt waren etwa 10.000 Arbeiter mit dem Kanalbau beschäftigt. Aber wer waren diese Menschen? Woher kamen sie und welche Perspektiven hat ihnen der Teltowkanal eröffnet? Wer hat sich für das gewagte Unternehmen eingesetzt und wer war dagegen? Welche Atmosphäre herrschte auf der Riesenbaustelle?

Das Theaterstück “Das Jahrhundertbauwerk“ versucht diese und andere Fragen nach dem Schicksal der am Kanalbau beteiligten Menschen auf verständliche und unterhaltsame Weise zu beantworten und die damaligen Auseinandersetzungen wieder lebendig werden zu lassen.

Grundlage sind die einzigartigen historischen Dokumente, die die Heimatvereine von Kleinmachnow und Rudow gesammelt und zum ersten Mal für ein Kunstprojekt zur Verfügung gestellt haben.

Regie: Fiorenza Zanoni

Schauspieler
Die Erdarbeiter:
  1. Erdarbeiter Ludwig Hannemann: Lisa Grzeca
  2. Erdarbeiter Wilhelm Schulze: Saskia Reichmann
  3. Erdarbeiter Heinrich Kremnitz: Cedric Leitingen
  4. Erdarbeiter Dietloff Plentz: Josefine Eisenach
  5. Erdarbeiter Igor Klammroswky: special guest
  6. Erdarbeiter Alfred Borgmann 18 Jahre: Paul Schönewald
  7. Erdarbeiter und Sohn Gustav Scherinsky 19 Jahre: Ken Laabs
Die Familie Scherinsky:
  1. Der Vater, Joachim Scherinsky: Christina Bechtel
  2. Die Mutter, Hertha Scherinsky: Joy Vogel
  3. Die Großmutter, Auguste Scherinsky: Kendra Dickmann
  4. Die grosse Tochter Katharina Scherinsky 17 Jahre: Franziska Walter
  5. Ein Kind, Ida Scherinsky 13 Jahre: Jenna Laabs
  6. Ein Kind, Hedwig Scherinsky 10: Charlotte Holz
  7. Ein Kind, Elisabeth Scherinsky 10: Jill Schäfer
  8. Ein Kind, Franz Scherinsky 9 Jahre: Fabian Walter
  9. Ein Kind, Erich Scherinsky 7 Jahre: Niklas Schenk
Die Freunde:
  1. Herr Dr. Gottfried Badewitz: Benjamin Groth
  2. Der Arzt, Jacob Rosenthal: Cedric Leitingen
  3. Der Sohn des Arztes, Georg Rosenthal 20 Jahre: Saskia
Pressenachricht:
Das Jahrhundertbauwerk - 100 Jahre Teltowkanal

Am 2. Juni 1906 war es so weit, nach 6 Jahren harter Arbeit fand die feierliche Eröffnung des Teltowkanals statt.

Hundert Jahre später feiern wir das Jubiläum dieses Ereignisses und erinnern uns an das Jahrhundertwerk und seine Geschichte. Ohne Zweifel war der Kanalbau eine gewaltige Leistung der Kreises Teltow und aller, die zu seinem Gelingen trotz zahlreicher Verzögerungen und Probleme beigetragen haben. Insgesamt waren etwa 10.000 Arbeiter mit dem Kanalbau beschäftigt, aber wer waren diese Menschen? Woher kamen sie und welche Perspektiven hat ihnen der Teltowkanal eröffnet? Wer hat sich für das gewagte Unternehmen eingesetzt und wer war dagegen? Welche Atmosphäre herrschte auf der Riesenbaustelle?

Das Theaterstück “Das Jahrhundertbauwerk“ versucht diese und andere Fragen nach dem Schicksal der am Kanalbau beteiligten Menschen auf verständliche und unterhaltsame Weise zu beantworten und die damaligen Auseinandersetzungen wieder lebendig werden zu lassen. Grundlage sind die einzigartigen historischen Dokumente, die die Heimatvereine von Kleinmachnow und Rudow gesammelt und zum ersten Mal für ein Kunstprojekt zur Verfügung gestellt haben.

Das Stück konzentriert sich besonders auf die Männer und ihre Familien, die in der offiziellen Geschichte im Hintergrund geblieben sind: die Erdarbeiter, die aus ganz Deutschland, aber auch aus Polen, Russland, Kroatien, Italien und Galizien in die Mark Brandenburg gekommen waren. Zusammen haben sie mehr als 12 Millionen Kubikmeter Erde bewegt und so einen neuen Schifffahrtsweg zwischen Spree, Dahme und Havel eröffnet, der bis heute von europäischer Bedeutung ist. Aber wie sah ihr tägliches Leben aus? Auf der Bühne wird eine typische Familie aus Teltow gezeigt. Vater und Sohn Scherinsky sind beide Erdarbeiter, haben aber ganz verschiedene Ansichten über den Kanalbau. Auch Mutter Herta und Großmutter Auguste mischen sich ein, denn schließlich geht es um ein Projekt, das aller Leben verändern wird. Teltow und seine Umgebung werden nie wieder so sein wie zu Großmutters Zeiten. Die Tochter Katharina bedauert dies, denn ihr geliebter Teltower See ist verschwunden. Aber sie weiß sich zu trösten... Alle, auch die zahlreichen Kinder warten gespannt auf den Tag der Eröffnung an der Schleuse von Kleinmachnow, doch ein unerwartetes Ereignis droht die Feierstimmung zu stören und sorgt für erhebliche Aufregung.

In der Tradition der Theatergruppe der Steinweg-Schule in Kleinmachnow wird nach dem erfolgreichen Theaterstück “Einstein in der Schule: War Albert ein Genie?” wiederum ein historischer Stoff in interaktives Theater umgesetzt. Und wiederum geht es um die Vermittlung erlebten Wissens. Diesmal aber handelt es sich um die Geschichte unserer Region. Am Teltowkanal kommt niemand vorbei – aber was wissen wir schon über seine Entstehung?

In dem informativen Stück begegnen uns historische Persönlichkeiten wie der für die Finanzplanung des Teltowkanals verantwortliche Dr. Gottfried Badewitz. Er war der Stellvertreter des Landrats Ernst von Stubenrauch, der als der “Vater des Teltowkanals” gilt.

Fiorenza Zanoni hat zusammen mit ihren Schülern die historischen Ereignisse in eine realistische und spannende Handlung umgesetzt, mit der sich daher auch die jüngeren Zuschauer identifizieren können. Sie wird von Schülern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren der Steinweg-Schule dargestellt. Ihre Aktivitäten werden ergänzt durch die gemeinsame Arbeit mit anderen Schülern der Schule im Rahmen der diesjährigen Projektwochen im Mai, die ebenfalls dem Teltowkanal und seiner Geschichte gewidmet sind. Darüber hinaus treten als Gastschauspieler (“special guests”) prominente Persönlichkeiten aus dem heutigen Potsdam-Mittelmark auf, die auf diese Weise in die Arbeit mit den Schülern einbezogen werden.

Auch das Publikum wird, wie in jeder Aufführung der Theatergruppe, in die Handlung verwickelt.

Diese Mischung von Akteuren sorgt bei jeder Aufführung für neue Überraschungen.

Und wie schon bei den früheren Stücken der Sprachlehrerin Fiorenza Zanoni spielt auch diesmal wieder das Beherrschen einer Fremdsprache die Schlüsselrolle.

Was aber wäre eine Theaterinszenierung mit historischem Stoff ohne Originalkostüme und -requisiten, die in diesem Falle aus dem Heimatmuseum Teltow stammen?

Die einfühlsame Originalmusik unter Verwendung historischer Motive von Wladimir Ivachkovets rundet die Atmosphäre ab und sorgt für die richtige Stimmung.
Das Jahrhundertbauwerk 2006

Video der Theateraufführung aus der Steinweg-Schule.

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